DER SPIEGEL

Strafrechtler Schünemann erwartet Schuldspruch für Deutsche-Bank-Chef Ackermann

„Verteidigung, die auf Freispruch setzt, wird es sehr schwer haben“ /
Einstellung des Verfahrens gegen Geldbuße sei kaum noch vorstellbar

– Nach dem BGH-Entscheid in Sachen Mannesmann hält
der Strafrechtler Bernd Schünemann einen neuerlichen Freispruch für
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann für unwahrscheinlich. „Eine Verteidigung,
die auf Freispruch setzt, wird es juristisch sehr schwer haben“, sagte er im
Interview mit SPIEGEL ONLINE. Schünemann ist Professor an der Universität
München und Autor des Buches „Organuntreue“, das sich mit den Prämien für
Ex-Manager der Mannesmann AG befasst.

Der Bundesgerichtshof habe mit sehr deutlichen Worten aufgezeigt, dass er
Hinweise auf eine strafbare Untreue bei den Angeklagten Ackermann, Klaus
Zwickel und Joachim Funk sieht, sagte Schünemann. „Alle zentralen Argumente der
Verteidigung sind vom Tisch gefegt worden.“ Der Bundesgerichtshof habe „sich
nicht auf Formelkompromisse oder wachsweiche Formulierungen zurückgezogen“.

Der Rechtsprofessor erwartet nicht, dass das Verfahren gegen Ackermann noch
gegen eine Geldbuße eingestellt wird. „Ich glaube nicht, dass die
Staatsanwaltschaft nun überhaupt noch in Erwägung zieht, das Verfahren
einzustellen“, sagte Schünemann. „Nach diesen klaren Worten heute kann es
keinen ‚faulen Frieden’ mehr geben.“

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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