DER SPIEGEL

Sassnitz: Staatsanwalt ermittelt gegen Hafen-Manager

Verdacht auf Betrug und Untreue / Ministerium sieht bislang keine Strafrechtsrelevanz

– Die Staatsanwaltschaft Stralsund ermittelt nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gegen den Geschäftsführer der Fährhafen Sassnitz GmbH (FHS), Andreas Meister, wegen des Verdachts der Untreue und des Betruges. Meister, der alle Vorwürfe bestreitet, wird beschuldigt, in der Russland-Niederlassung des kommunalen Unternehmens (Anteilseigner: Stadt Sassnitz 90 Prozent, Land Mecklenburg-Vorpommern 10 Prozent) eine Schwarzgeldkasse zur Bestechung von Geschäftspartnern zu unterhalten.

Der ehemalige Vertriebsdirektor des Hafens gab den Ermittlern zu Protokoll, der FHS-Chef habe sich vor seinen Reisen nach St. Petersburg regelmäßig hohe Bar-beträge aus der Unternehmenskasse aushändigen lassen, die er anschließend mit Belegen der Firmen Produkt und Promeks abgerechnet habe. Die Unternehmen
existieren bereits seit Jahren nicht mehr.

Bereits seit August 2003 liegt dem Wirtschaftsministerium in Schwerin der Bericht eines Wirtschaftsprüfungsunternehmens vor, in dem festgestellt wurde, dass Meister „in einzelnen Punkten nicht den Vorgaben entsprechend gehandelt“ habe, wie Ministeriumssprecher Gerd Lange gegenüber SPIEGEL ONLINE einräumte. Eine Strafrechtsrelevanz habe sich daraus jedoch nicht ergeben. Weiter heißt es: „Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen“ seien „Vorgänge, die zuvor dem Wirtschaftsministerium nicht angezeigt worden waren“. Diese Ermittlungen würden seitens des Ministeriums ausdrücklich begrüßt.

Die FHS hat seit Mitte der neunziger Jahre rund 170 Millionen Mark (87 Millionen Euro) an Fördergeldern erhalten.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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