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manager magazin 9/2016: Delivery Hero leidet unter Finanzierungsschwierigkeiten

Das Liefer-Start-up soll für zweistelligen Millionenkredit monatlich 500 000 Euro zahlen / Finanzchef Thomassin spricht in interner Mail von „sehr teurer“ Finanzierung / Anweisung aus der Zentrale, Außenstände so spät wie möglich zu begleichen

Das Berliner Start-up Delivery Hero leidet unter Finanzierungsproblemen. Nach Informationen vom manager magazin hat sich der Lieferdienstvermittler, der in Deutschland die Seiten Lieferheld und Pizza.de betreibt, über Monate darum bemüht, frisches Kapital einzuwerben. Letztlich ließ sich die Geschäftsführung laut dem Bericht des Magazins (Erscheinungstermin: Freitag, 19. August) auf einen teuren Kredit ein: Für einen zweistelligen Millionenbetrag (mindestens 30 Millionen Euro) soll Delivery Hero monatlich rund 500 000 Euro zahlen. Finanzchef Emmanuel Thomassin bezeichnet die Finanzierung in einer internen Mail als „sehr teuer“ und bittet seine Kollegen darum, auf Sparsamkeit zu achten. So fordert er liquide Ländergesellschaften auf, nicht gebrauchte Mittel regelmäßig an die Holding zu überweisen. Offene Rechnungen sollen die Töchter zudem erst begleichen, wenn eine weitere Verzögerung die „Reputation oder die Geschäftsbeziehung gefährden“ würde.

Delivery Hero bestätigte auf Anfrage, kürzlich eine Finanzierung abgeschlossen zu haben, wollte sich zu den Konditionen und Kreditgebern aber ebenso wenig äußern wie Hauptinvestor Rocket Internet. Die Höhe der Finanzierung sei jedoch „deutlich größer“ als 30 Millionen Euro. Bezüglich der Sparmaßnahmen spricht Delivery Hero von üblichen „Cash-Management-Prozessen“, die Finanzlage sei in „keiner Weise“ angespannt.

CEO Niklas Östberg möchte Delivery Hero (aktuelle Bewertung: 3,1 Milliarden Dollar) schon bald an die Börse bringen. In Unternehmenskreisen heißt es, dass der Schritt jedoch frühestens für das erste Quartal 2017 geplant sei.

Autor: Philipp Alvares de Souza Soares
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