Harvard Business Manager

Harvard Businessmanager: WHU-Studie: Shareholder-Value-Konzept bleibt wichtig

Trotz Kritik halten deutsche Manager an wertorientierter Unternehmensführung fest

Auch wenn das Shareholder-Value-Konzept umstritten ist, halten deutsche Führungskräfte doch an dieser Art der Unternehmensführung fest. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 37 Experten aus Dax-Unternehmen, großen Kapitalanlagegesellschaften, Hochschulen und Beratungen, die Jürgen Weber, Professor für Controlling und Telekommunikation an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar bei Koblenz, durchgeführt hat. Die Ergebnisse der Untersuchung werden exklusiv im aktuellen Harvard Businessmanager veröffentlicht (Erscheinungstermin: 29 Juni 2004).

Hinter dem Schlagwort Shareholder-Value steckt der Ansatz einer wertorientierten Unternehmenssteuerung, bei der das Management alles daransetzt, den Firmenwert permanent zu steigern. Zahlreiche der befragten Experten sind der Ansicht, dass nur wenige deutsche Unternehmen wirklich konsequent wertorientiert handeln. Einige bezeichnen die Bejahung der Wertorientierung durch deutsche Unternehmen sogar als bloßes Lippenbekenntnis.

Kontrovers äußerten sich die Interviewten darüber, wie ideale Vergütungssysteme für Manager aussehen. Die befragten Analysten, Professoren und Berater sind der Meinung, dass sich die Gehälter an der Wertsteigerung orientieren sollten. Sinke der Wert des Unternehmens, müssten die Manager eine Kürzung ihrer Vergütung akzeptieren. Das sei jedoch selten der Fall, kritisieren sie. Dagegen warnen die interviewten Unternehmensvertreter davor, die variable Vergütung des Topmanagements stärker an die Wertsteigerung oder sogar an die Wertvernichtung zu koppeln.

Um die gesellschaftliche Akzeptanz der Wertorientierung machen sich die Fachleute wenig Sorgen. Diese sei inzwischen grundsätzlich gegeben. Zwar käme im Zusammenhang mit der Ausgestaltung von Vergütungssystemen, Unternehmenskäufen und -fusionen sowie der Entlassung von Mitarbeitern gelegentlich Kritik auf. Dies seien aber kurzzeitige Diskussionen, die keinen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Wertorientierung hätten.

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