SPIEGEL GESCHICHTE

SPIEGEL GESCHICHTE: "Napoleon und die Deutschen"

Morgen erscheint die Ausgabe 1/2021

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Maria Wetzel
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Die Zeit um 1800 markiert für Deutschland einen Epochenumbruch, entfesselt durch Napoleon, den Erben der französischen Revolution. Als Eroberer fegte der Franzose mit seinen Armeen durch Europa, kontrollierte schließlich auch große Teile der deutschen Staaten und sorgte für einen Reformschub in Politik und Gesellschaft. Doch das Tempo der Veränderungen löste gerade in den deutschen Territorien auch Gegenbewegungen aus: Gelehrte suchten nach einer patriotischen Identität und erfanden deutsche Traditionen, andere hofften auf neue Größe und agitierten für einen Nationalstaat; ätzender Hass auf die Franzosen brach sich sogar unter vermeintlich feinsinnigen Romantikern Bahn und kulminierte in den „Befreiungskriegen“.  

Die aktuelle Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE „Napoleon und die Deutschen“ erzählt vom großen Veränderer Napoleon, seiner Bedeutung für Deutschland und davon, welche Spuren die Zeit vor 200 Jahren bis heute hinterlassen hat. Wer die neuere deutsche Geschichte verstehen will, muss in der Zeit um 1800 beginnen. Die Historikerin Ute Planert bringt es im Interview auf den Punkt: Es sei damals „nichts Geringeres als der Übergang in unsere moderne Welt“ geschehen.  

Mit Macht gestaltete der Feldherr die von ihm kontrollierten deutschen Gebiete um: Die Ständeordnung wurde aufgehoben, Adel und Kirche verloren an Einfluss, die Ideen der französischen Revolution griffen um sich. Das Magazin erzählt vom erstarkenden Selbstbewusstsein des Bürgertums, das nun auch politische Mitspracherechte forderte, von den Gesetzen, die Napoleon erließ und die zum Teil bis in die Gegenwart nachwirken, und von den Reformen, zu denen sich nun selbst konservative Staaten gezwungen sahen. Es lässt deutsche Soldaten zu Wort kommen, die in den Armeen Napoleons dienten, seine Eroberungszüge und das Grauen der Massenschlachten miterlebten, und berichtet von Frauen wie Napoleons Gattin Joséphine oder der Salondame Rahel Varnhagen, die ihre – begrenzten – Möglichkeiten Einfluss zu nehmen, klug ausschöpften.  

Das Heft beleuchtet aber auch die Gegenbewegungen, die Napoleon auslöste: Forschende wie die Brüder Grimm begannen, nach vermeintlich deutschen Traditionen und Wurzeln zu suchen. Andere, wie „Turnvater Jahn“, agitierten für einen deutschen Nationalstaat, und die Religion – von Aufklärung und Revolution eigentlich entzaubert – gewann neue Anziehungskraft.  

Tiefgründig recherchiert, unterhaltsam aufgeschrieben und ergänzt durch eine umfassende Chronik bietet die aktuelle Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE einen Überblick über Mentalität und politische wie geistige Strömungen um 1800 und liefert so die Grundlagen für das Verständnis der weiteren deutschen Geschichte.  

Die aktuelle Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE „Napoleon und die Deutschen. Wie ein Franzose dem Nationalstaat zum Aufstieg verhalf“ erscheint am 12. Januar zum Copypreis von 9,90 Euro.

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