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Nannen-Preis 2022: Drei Nominierungen für den SPIEGEL

Der SPIEGEL ist zweimal für den „Egon Erwin Kisch-Preis“ und für die „Geschichte des Jahres“ nominiert.

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Julia Pollak
Julia Pollak
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Heute haben Jury und Beirat des Nannen-Preises die diesjährigen Nominierten bekanntgegeben. Zwei der drei nominierten Stücke für den „Egon Erwin Kisch-Preis“ stammen aus dem Reporter-Ressort des SPIEGEL: „Die Hanau-Protokolle“ und „Im Namen des Herrn“. In der Kategorie „Geschichte des Jahres“ ist der SPIEGEL mit der Arbeit „Warum Julian Reichelt gehen musste“ nominiert.

Kategorie „Egon Erwin Kisch-Preis“:
Die Reportage „Die Hanau-Protokolle“ begleitet die Hinterbliebenen der Opfer des rechtsextremen Anschlags von Hanau am 19. Februar 2020. Wenige Wochen nach der Tat gründeten Überlebende und Angehörige der Opfer die Initiative „19. Februar“. Unweit des ersten Tatorts mieteten sie einen Raum, sprachen dort fast täglich miteinander und versuchten herauszufinden, warum das damals geschehen konnte. Da sich der Täter selbst erschoss, gab es keinen Prozess und viele Fragen der Angehörigen blieben unbeantwortet. Özlem Gezer und Timofey Neshitov waren für den SPIEGEL über Monate bei den Treffen dabei, zeichneten die Dialoge der Anwesenden nach und begleiteten sie durch ihren Alltag. Die Reportage erschien im SPIEGEL 7/2021.

Für „Im Namen des Herrn“, eine Reportage über Missbrauch in der Katholischen Kirche, reiste ein Team des SPIEGEL monatelang durch das Bistum Trier, sprach mit Dutzenden Betroffenen und Zeugen, fand Whistleblower in der Kirche. Eine Reporterin wollte ursprünglich nur einem Einzelfall nachgehen: Eine Frau soll von zwei katholischen Priestern zur Abtreibung gedrängt worden sein. Bei den Recherchen fand Britta Stuff gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen Annette Großbongardt, Max Polonyi, Katja Bernardy ein ungeheures Ausmaß der Missbrauchstaten durch Kirchenvertreter im Bistum Trier vor – und ein System des Wegschauens. Die umfangreiche Recherche erschien als Titel-Geschichte im SPIEGEL 50/2021.

Kategorie „Geschichte des Jahres“:
„Warum Julian Reichelt gehen musste“ arbeitet die Ereignisse um Vorwürfe des Machtmissbrauchs durch den ehemaligen „Bild“-Chefredakteur auf, der sexuelle Beziehungen zu jungen Mitarbeiterinnen einging. Nachdem ein Compliance-Verfahren des Springer-Verlags bereits abgeschlossen war, deckten Juliane Löffler, Isabell Hülsen, Marcus Engert, Katrin Langhans, Daniel Drepper, Alexander Kühn, Martin U. Müller und Anton Rainer weitere Details des Systems Reichelt auf, der schließlich seines Amtes enthoben wurde. Die Geschichte erschien am 18. Oktober 2021 auf SPIEGEL.de. Marcus Engert, Katrin Langhans, Daniel Drepper und Juliane Löffler waren zu diesem Zeitpunkt noch für den Ippen-Verlag tätig. Heute arbeiten Langhans und Löffler für den SPIEGEL.

Die Auszeichnung der diesjährigen Preisträger:innen findet am 22. Juni 2022 in Hamburg statt. Informationen zum Nannen-Preis unter www.nannen-preis.de.

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