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manager magazin 2/2015: "Ritt auf der Rasierklinge"

Mastiaux kritisiert die deutsche Energiepolitik

Der Chef des baden-württembergischen Energiekonzerns EnBW, Frank Mastiaux, hat in einem Interview mit dem manager magazin (Erscheinungstag: 23. Januar) die Bundesregierung massiv kritisiert.

Der Manager verlangt eine "angemessene Vergütung" für konventionelle Kraftwerke, die derzeit keine Gewinne erwirtschaften, aber als Reserve zur Verfügung stehen müssen, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Allein EnBW stelle mehr als 70 Prozent des Stroms in Baden-Württemberg sicher zur Verfügung, rund 20 Prozent der industriellen Wertschöpfung in Deutschland – „ohne dass unsere Kraftwerke Geld verdienen“. Die führende Industrienation Deutschland hänge mithin an einer defizitären Energieversorgung. Mastiaux: "Das ist ein Ritt auf der Rasierklinge".

Der Energiemanager äußerte auch Kritik an der schleppenden Umsetzung der Energiewende. Es habe noch nie so viele Studien und Hinweise, was zu tun ist, gegeben wie heute: "Wir haben kein Wissens-, sondern ein Entscheidungsdefizit. Wir müssen die Energiewende jetzt liefern."

In seinem Unternehmen arbeiteten rund 500 Mitarbeiter "mit viel Professionalität und Einsatzbereitschaft" daran, die Kernkraftanlagen "bis zur grünen Wiese" zurückzubauen. Er könne sich sogar vorstellen, aus der Vermarktung des entsprechenden Know-hows ein Geschäftsmodell zu machen. Allerdings: Viele Fragen, den Transport und die Lagerung betreffend, seien ungeklärt. Mastiaux forderte ein straffes, gemeinsames Projektmanagement von Bund, Ländern und Kommunen.

Autor: Dietmar Student
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